Freitag, 18. Juni 2010

Rheinland-Pfalz: ein Land – sechs Weinanbaugebiete

Schon ein kurzer Blick auf die Landkarte zeigt, dass das fast 20.000 Quadratkilometer große Rheinland-Pfalz im Hinblick auf seine gesamteuropäische Lage einen zentralen Platz einnimmt.


Zu den schönsten Landschaften Deutschlands zählt das sagenumwobene, burgengeschmückte, von zahllosen Dichtern, Malern und Musikern verklärte Rheintal zwischen Bingen und Bonn. Auch die Täler der Nebenflüsse Mosel, Nahe, Lahn und Ahr sind von bezaubernder Schönheit. Rheinhessen und die Pfalz bestechen durch die Unendlichkeit des Weingenusses.


Ahr „Paradies für Genießer“Hervorragende Weine und exklusives Essen sind in der Gesundheits- und Fitnessregion ebenso selbstverständlich wie Romantik und Gemütlichkeit.


Bei guter Musik und tollen Weinen heißt es "die Seele baumeln lassen und genießen", wenn Genossenschaften und Weingüter zu Jazz-Events in alten Gemäuern und Weingärten laden. Die Philosophie der Region "Wohlsein" steht auch bei der Veranstaltungsreihe "Gourmet & Wein" im Vordergrund: Die besten Gastronomen arbeiten mit Spitzenwinzern der Region zusammen und bringen kulinarische Genüsse in Einklang mit Kunst und Kultur.


Neben einer Rebfläche von rund 540 Hektar verfügt die Ahr-Region im Norden von Rheinland-Pfalz über herrliche Wanderwege und ausgetüftelte Radstrecken. So führt zum Beispiel der malerische Rotweinwanderweg von Bad Bodendorf bis Altenahr und verbindet alle Weinorte miteinander. Aus den Weinbergen führen Abstiege und Wege direkt in die Orte, wo Weinproben und Winzervesper warten.


Mittelrhein „Rheinromantik pur“Eine malerische Kulisse bietet das Rheintal zwischen Bingen und Bonn. Von Burgen gekrönte Rebhänge und mittelalterliche Städtchen schmücken das Rheinufer.


Heute ist der Mittelrhein von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt und wirbt für die Region mit seiner einmaligen Kombination aus fortschrittlichem Rebanbau und Burgenromantik.


Bedingt durch die schwierigen Bearbeitungsverhältnisse in den Steillagen ist die Anbaufläche seit 1900 kontinuierlich auf heute etwa 470 Hektar zurückgegangen. Die Winzer vom Mittelrhein erzeugen charaktervollen, herzhaften und fruchtige Weine - zwei Drittel davon aus Riesling-Reben, die ihre Ausprägung den kargen Tonschieferböden verdanken. Die kleinen Erntemengen machen die Weine vom Mittelrhein zu besonderen Raritäten, die von Kennern und Liebhabern, aber auch von den durchreisenden Touristen geschätzt werden.


Mosel „Die Riesling-Spezialisten“Im größten Steillagenweinbaugebiet der Welt ist der Riesling die Nummer Eins. 5.000 Hektar sind mit der edelsten Weißweinsorte bepflanzt, so viele wie nirgendwo sonst.


Unzählige Funde, darunter mehrere Kelteranlagen aus römischer Zeit, zeugen von der großen Weinbautradition. Die geschützte Tallage macht die Region zu einer der wärmsten Klimazonen Deutschlands.


5000 Winzer bewirtschaften an Mosel, Saar und Ruwer 9.300 Hektar Rebfläche mit etwa 75 Millionen Rebstöcken. Die Hälfte der Reben wächst auf Hängen aus Schiefergestein mit einer Steigung von mehr als 30 Prozent. Steigungen von 50 und 60 Prozent sind keine Seltenheit. Der steilste Weinberg der Welt liegt an der Mosel: der Bremmer Calmont mit einer Steigung von 68 Prozent.


Der Schieferboden der steilen Hänge speichert am Tag die Sonnenwärme und gibt sie nachts wieder ab. Die Wurzeln der Reben dringen metertief in den Boden ein, um sich mit Wasser und Mineralien zu versorgen. Die Natur liefert so die Basis für die Arbeit der Winzer. Und die sind an der Mosel wahre Riesling-Spezialisten: Einzigartig feine, fruchtige Weine erzeugen sie aus den von Hand geernteten Trauben. Weine mit enormer geschmacklicher Tiefe bei relativ niedrigem Alkoholgehalt - ideal für unbeschwerten Genuss, hervorragend als Essensbegleiter.
Nahe „Juwel im Südwesten“´Die facettenreiche Nahe-Region bietet vorzügliche Bedingungen für exzellente Weine. Milde Temperaturen und viel Sonne schaffen ein hervorragendes Klima.


An der Nahe wachsen auf etwa 4.150 Hektar Rebfläche Rebsorten wie Rivaner, Silvaner und Riesling. Auch die Spielarten des Burgunders sowie Kerner, Scheurebe, Portugieser und Dornfelder sind hier zu Hause. Ursache für die Vielgestaltigkeit der Nahe-Weine ist eine bewegte Erdgeschichte. Durch vulkanische Beben und beim Einbruch des Nahe-Grabens, wurde in Jahrmillionen der Untergrund ständig durchgeschüttelt. Deshalb ändert sich an der Nahe oft alle hundert Meter die Beschaffenheit des Bodens, jede Formation verändert den Geschmack des Weins ein wenig.


Der Nahewein ist weder laut noch leise: Wer ihn erst einmal funkelnd im Glas genossen hat, dem öffnet sich die Tür zur reichhaltigen Welt feinster Geschmacksfacetten. Es wundert daher nicht, dass Naheweine mehr und mehr den Siegeszug zur Weltspitze antreten. Nahewein gilt schließlich nicht umsonst als ein Edelstein über die Grenzen Deutschlands hinaus.
Pfalz „85 Kilometer Weingenuss“Die Pfalz hat viele Superlative: Das größte Weinfass der Welt und den ältesten Wein der Welt, aber auch die erste und bekannteste Weinroute, die Deutsche Weinstraße.


Dass in der Pfalz besonders viel und gerne gefeiert wird, ist bekannt. Unter den zahlreichen Weinfesten verliert der Besucher leicht den Überblick, deshalb eine Empfehlung: der Erlebnistag Deutsche Weinstraße, bei dem stets am letzten Sonntag im August die Straße für Autofahrer gesperrt und zur 85 Kilometer langen Genießermeile wird.


Das Hauptaugenmerk der Winzer in diesem rund 23.400 Hektar umfassenden Anbaugebiet liegt inzwischen auf klassischen Rebsorten, allen voran der Riesling. Er dominiert mit etwa zwanzig Prozent Rebflächenanteil, doch auch die Burgundersorten sind stark im Kommen. Immer wichtiger werden die Rotweine, darunter als besondere pfälzische Erfolgsgeschichte der Dornfelder, der seit einigen Jahren für Furore sorgt. Er hat den Portugieser als gängigste Rotweinsorte abgelöst. Auch Spätburgunder und Regent werden immer beliebter.

Rheinhessen „Hügel und Reben“Rheinhessen ist Deutschlands größtes Anbaugebiet. Das Hügelland mit seinen sanften Erhebungen strahlt mediterranes Flair aus.


Die Winzerinnen und Winzer dieses sprichwörtlich großartigen Anbaugebiets sind vor allem für ihren Ideenreichtum bekannt. Mit Produktkonzepten wie RS-Rheinhessen-Silvaner, den Weinen der Selection Rheinhessen, mit Winzersekten, die sortenrein im klassischen Flaschengärverfahren hergestellt werden, oder mit feinen Destillaten haben die Rheinhessen frischen Wind in die deutsche Weinlandschaft gebracht. Rheinhessen hat die größte Silvaner-Anbaufläche der Welt. Daneben sind es die Rieslinge der

renommierten Lagen am Rhein, die mit Nerv und feiner Frucht überraschen. Die experimentierfreudigen Rheinhessen haben sich aber auch intensiv für neue Rebsorten eingesetzt, von denen einige - wie Rivaner, Kerner und Dornfelder - ihren Stellenwert längst unter Beweis gestellt haben.


So vielfältig wie die Weine ist auch die Gastronomie der Rheinhessen. Originelle Gerichte wie die "Backeskartoffeln", der "Spundekäs" oder der "Dippehas" sollten auf einer kulinarischen Entdeckungstour deshalb nicht ausgelassen werden. Gelegenheit zum Probieren gibt es zur Genüge. Ein Weinland mit viel Kultur und Tradition und mit geselligen, weltoffenen Menschen.


Das rheinland-pfälzische Weinfest zeigt sich mit Weinerzeugern, die für die Besonderheiten jeder einzelnen Region persönlich stehen.


Weitergehende Informationen zu den Weinfesten unterwww.weinsommer.de.

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